Wie man einen Pinguin näht...
Vorwort
Dieser kleine Pinuin ist ausnahmsweise mal ein relativ leichtes und schnell zu anzufertigendes Stofftier, vorallem weil mein Pinguin nur relativ kleine Ausmaße hat. Leider gab es aber auch hier die üblichen typischen Probleme mit schwarzem und weißem Stoff: das Schnittmuster ist äußerst schwer auf dem schwarzen Fell zu markieren (Kreide, Seife und normale Stifet haben leider nicht sonderlich gut funktioniert) bzw. schimmert der Marker immer leicht durch das weiße Fell durch. Davon abgesehen hatte ich durch das recht dicke auftragen auf dem schwarzenstoff immer bunter Finger. Also hier wäre ich um Ratschläge sehr dankbar.
Dennoch lässt sich das Ergebnis von ca. 4 Abenden à 4 Stunden durchaus sehen:
Materialien und Hilfsmittel
Garn
Als Näh-Faden empfiehlt sich ein "Knopfloch-Garn" in schwarz, weiß und gelb.
Zusätzlich wird ein dünner Heft-Faden benötigt, um die Teile vorm eigentlichen Nähen aneinander zu heften. Dieser Faden wird im Allgemeinen wieder entfernt. Allerdings können Reste zurückbleiben, und somit sollte auch dieser Faden in der Farbe des Stoffs gewählt werden.
Für diesen Pinguinn in mittlerer Größe reichen ca. 1x30m.
Nadeln
Entsprechend zur Stärke des Garns benötigt man eine Nadel mit recht großem Öhr.
Eine zweite gebogene Nadel kann ggf. beim Annähen der Füsse.
Schnittmuster
Das unten abgebildete Schnittmuster muss in DIN A4 ausgedruckt und ausgeschnitten werden.
Eine Abweichung von dieser Größe ist nicht zu empfehlen, da man beim Verkleinern Probleme mit den Schuppen bekommt.
Stoff
Den Stoff gibt es meist in Spezialgeschäften und in Kaufhäusern.
Die Menge richtet sich nach der Größe des Pinguins. Der Stoff ist für gewöhnlich in 140 cm Bahnen erhältlich, so dass man davor mittels der Schnittmuster schon die benötigte Stoffmenge ermitteln kann.
Füllung
Füllung gibt es im Bastelgeschäft - allerdings eignet sich auch Filterwatte für Aquarien aus dem Zoogeschäft. Für den Pinguin braucht man allerdings nicht besonders viel Füllmaterial
Augen
Für meinen Pinguin habe ich Teddybär-Augen aus einem Bastelgeschäft verwendet. Ich habe mich für braune Augen entschieden mit 14 mm Durchmesser.
Das Schnittmuster
Die benötigten Einzelteile des Schnittmusters sind:
Seite - 2x (gegengleich) - schwarz
Kopfzwickel - 1x - schwarz
Schwanz unten - 1x - schwarz
Flügel unten - 2x (gegengleich) - schwarz
Flügel oben - 2x (gegengleich) - schwarz
Fuss - 4x - gelb
Schabel - 2x - gelb
Bauch vorne - 1x - weiß
Bauch unten - 1x - weiß
Die einzelnen Schnittmuster werden auf den Stoff gelegt (möglichst wenig Abfall) und an den Kanten eingezeichnet. Dabei ist auf Nahtzugabe von etwa 3mm zu achten.
Nähen und Zusammenbauen
Zum Nähen werden entsprechende Einzelteile auf der Stoffseite aufeinander gelegt und mit einer Heftnaht zusammengeheftet (vorheriges Stecken mit Stecknadeln ist eigentlich unnötig). Die eigentliche Naht erfolgt mit dem Steppstich. Das Schließen der letzen Öffnungen nach dem Stopfen, sowie das Zusammennähen der einzelnen fertigen Teile erfolgt mit dem Matratzenstich.
Für die einzelnen Teile empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
Körper
Kopfzwickel zwischen beide Seitenteile nähen.
Seitenteile am Rücken und unter dem Schnabelloch zusammennähen.
Schabelhälften zusammennähen und so in die Öffnung des Körpers einnähen, dass die Schnabelnaht als Mundöffnung horizontal liegt.
Schwanzunterteil festnähen.
Flügelhälften zusammennähen.
Flügel in die aufgeschnittenen Schlitze der Seitenteile einnähen. (Vorsicht, dass man die Flügel nicht vertauscht !!!)
Bauchteile vorne und unten einnähen ohne die Naht zwischen beiden Bauchteilen zu schließen (Stopföffnung).
Probefüllen und die Augenposition markieren. Augen festnähen.
Pinguin füllen und die Stopfnaht mit dem Matratzenstich schließen.
Füsse
Je 2 Fusshälften bis auf die Stopföffnung zusammennähen, wenden, stopfen und die Stopfnaht schließen.
Zusammenbauen
Die Füße müssen nun an den Körper angenäht werden. Dazu zunächst für jeden Körperteil die "Nähkontur" als Ellipse doppelt aus Papier ausschneiden. Um Fehler zu vermeiden empfiehlt es sich diese "Nähkonturen" mit vier Hauptmarkierungen (z.B.: N-S-W-O oder 1-2-3-4) zu versehen und diese je nach erforderlicher Stichweite (ca. 4mm) weiter zu unterteilen. Dabei ist zu beachten, dass sich der Drehsinn auf Extremitäten und Körper gegenläufig ist.
"Nähkonturen" mit Stecknadeln auf die Füße heften.
Füße an den Körper legen und kurzzeitig mit Stecknadeln die vier Hauptmarkierungen mit Stecknadeln übertragen.
Jetzt ebenfalls eine "Nähkontur" auf dem Körper auf die eben gesetzen Stecknadeln ausrichten und fixieren.
Papier und Stecknadeln entfernen.
Faden fest zusammenziehen bis die Füße fest am Körper anliegen und Faden verknoten.